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Sechs Kilometer, zwei Stunden
Menschenmassen, die sich wie Lemminge in eine Zielrichtung orientieren, kennen wir normalerweise nur von den Eingangsbereichen großer Fußballstadien. In der Woche der BMW International Open 2012 auf Gut Lärchenhof erleben wir dagegen, dass der Golfsport in Deutschland durchaus interessierte Zuschauer anlockt - und das in Massen. Und auch der Umzug von München nach Köln scheint dem Interesse der Golffans keinen Abbruch zu leisten. Ganz im Gegenteil sogar, denn bereits an den ersten Tagen der International Open 2012 zerstreuen sich die Ängste, dass der Standort nicht angenommen wird. "Die Zahl der Zuschauer an einem Donnerstag hat mich echt beeindruckt", sagte Marcel Siem über den Zuspruch vor Ort.
Auch als Medienvertreter freut man sich natürlich über die zahlreichen Besucher vor Ort, zumindest solange man vom Stau von der Autobahn A57 bis zum Golfclub verschont bleibt. Bereits um 8.30 Uhr ärgern sich die Berufstätigen über die "verrückten Golfer", die sich auf der Bundesstraße quälend langsam in Richtung Schauplatz schieben und ihnen den Arbeitsweg unnötig in die Länge ziehen. Die Folge: Waghalsige Überholmanöver und Hupkonzerte in allen Tonlagen.
Der Wahnsinn nimmt kein Ende
Doch ein Zeitsprung von zwei Stunden offenbart: Die Beschwerden über 45 Minuten für die sechs Kilometer von der Autobahn zum Club war Jammern auf hohem Niveau. Denn kaum haben die Angereisten und "Einheimischen" ihr Frühstück beendet und sich dem europäischen Spitzengolf auf Gut Lärchenhof gewidmet, ergibt sich ein Schauspiel der ganz besonderen Art. Bereits beim Verlassen der Autobahn ist an ein Vorankommen nicht mehr zu denken. Zuerst glaubt man an einen Unfall, doch die Autoschlange zieht sich bis zum Parkplatz des Golfclubs. Geschlagene 130 Minuten dauert die Bewältigung der sechs Kilometer - 100 davon allein für die letzten Meter bis zum Parkplatz. Mit einem sportlichen Verdauungsspaziergang hätte man die Strecke wohl schneller zurückgelegt.
Ich gehe lieber zu Fuß
Das denken sich auch einige Besucher, die mit dem Taxi anreisen. Mit dem Clubhaus in Sichtweite werden die Fahrer gebeten, an die Seite zu fahren. Etliche Fahrgäste steigen einfach aus und lauen. Ein Zuschauertross spaziert genervt, aber mit der Hoffnung auf spektakuläre Schläge an den stehenden Autos vorbei. Geduld ist gefragt.
So schön ein solcher Andrang an den Toren auch ist, es besteht dringender Handlungsbedarf. Seitens der Offiziellen wird deshalb händeringend nach einer Lösung gesucht. Ab Freitag sollen weitgreifende Maßnahmen ergriffen werden, die den Stress der Autofahrer reduzieren und den Spaßfaktor beim Turnier maximieren. Lösungsvorschläge für die Sisyphusarbeit an redaktion@golf.de.
Über das (B)Logbuch
Turniere, Platztests, Pressekonferenzen, Produktvorstellungen: In den besten Momenten seines Jobs verlässt der Golf.de-Redakteur das Büro und bereist die Golf-Welt. Und weil es abseits von Ergebnissen, Zitaten und objektiven Bewertungen von unterwegs noch viel mehr zu erzählen gibt, nehmen wir Sie ein stückweit mit und berichten in diesem Blog von versteckten Major-Momenten, Organisationschaos, peinlichen Fauxpas und überraschenden Begegnungen.
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